Thailand 2003

Thailand 2003

Ein Reisebericht von Sabine Küpper und Bernd Wortmann



Walhaie, Mantas, Leopardenhaie, Anglerfische, Nacktschnecken, Geisterfetzenfische, Minkwale, Seepferdchen, Delfine, Tunfische, Barakudas, Turbantanzgarnelen…das alles und noch viel meer wollten wir in Thailand entdecken. Ende April bis Anfang Mai 2003 war es dann soweit. Wir reisten in Thailands Süden, genauer gesagt nach Khao Lak, ungefähr 1 Busstunde von Phuket Airport Richtung Norden entfernt. Khao Lak liegt an der Westküste Thailands in Höhe der Similan Islands. 
Und das macht für Taucher den besonderen Reiz aus: von Khao Lak kann man die Similans in Tagestouren betauchen.

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Eine Vorausbuchung aus Deutschland ist nicht nötig, da das Angebot an Tauchbasen groß ist, und so ein Preis- und Leistungsvergleich vorort möglich ist. Unsere erste Tagestour führte uns zu dem gesunkenen Zinnbagger, der in Küstennähe auf dem Sandboden liegt. Diesen Trip haben wir mit „Seadragon“ unternommen. Mit Befremdung musste ich bei Saedragon feststellen, dass die Bezahlung (unglaubliche 64 € für Boot, 2 Flaschen, Blei, Wasser und Mittagessen) vorab geleistet werden sollte, was wir aber nicht akzeptiert haben. Und nur nach eindringlicher Aufforderung, sagte man uns zu, uns am nächsten Morgen am Hotel (Ban Khao Lak, sehr zu empfehlen) abzuholen. Dieser Service ist übrigens bei allen anderen Tauchbasen selbstverständlich. Am nächsten Morgen wurden wir dann für thailändische Verhältnisse pünktlich von einem Pickup, der mittels Trennscheibe nach einem Unfall zu einem Cabrio umgebaut worden war und mit zwei abgesägten Campingstühlen bestuhlt war, abgeholt. Als Dachersatz diente ein Sonnenschirm. Von einem kleinen Naturhafen stachen wir dann mit einem Longtail-Boot in See. Die Fahrt dauerte ungefähr eine Stunde – genug Zeit um sich über Naturtoilette, unzureichenden Sonnenschutz und infernalisch lautem Bootsmotor (ein Gespräch war fast nicht möglich) aufzuregen. Am Tauchplatz angekommen empfingen uns 8m Sicht, Strömung und jede Menge Fische. „Routiniert“ führte (selbstbestimmtes Tauchen war aus „Sicherheitsgründen“ nicht gestattet) uns der Diveguide unten am Rumpf gegen die Strömung ums Wrack herum, bis das dem ersten die Luft ausging und alle auftauchen mussten (30 min). Wieder an Bord gab es gebratenen Reis aus der Thermoskanne (Mittagessen). Beim zweiten TG hatte sich die Sichtweite halbiert, dafür hatte sich die Strömung verdoppelt. Auch dieser TG war nicht länger als 30 min. Insgesamt also weder eine empfehlenswerte Tauchbasis, noch ein empfehlenswerter Tauchplatz.

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Weil wir in der kommenden Woche mit den Sea Bees eine Safari zu den Similans unternehmen wollten (siehe Reisebericht von Willi Franken), hatten wir vorerst auf weitere Tagestouren verzichtet. Stattdessen haben wir uns ein Motobike (5 € / Tag) gemietet, mit dem wir dann auf Entdeckungstouren durch den Dschungel zu den Wasserfällen, zum Elephant-trecking, zum Hafen und zu den thailändischen Garküchen aufmachten. Nach unserer Meinung die beste Möglichkeit dieses faszinierende Land und ewig lächelnden die Thais kennen zu lernen. 




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Von der Safari zurückgekehrt, haben wir dann noch eine Tagestour mit Sub-Aqua zu den Similans unternommen. Prinzipiell gibt es zwei Bootstypen, die die Similans von Khao Lak aus anfahren: große Motoryachten, die 2-3 h Fahrtzeit für eine Strecke brauchen und kleine Speedboote mit 2 oder 3 je 200 PS Außenborder, die 1 h brauchen. Die großen Boote haben den Vorteil, dass sie große Toiletten, Duschen, Küche und Sonnendeck haben. Sub-Aqua hatte ein Speedboot, das sogar über ein „Sonnendeck“ verfügte, so dass man nicht die Überfahrt unter Deck verbringen musste. Service, Boot, und TG waren bei Sub-Aqua 100% in Ordnung. Unser Diveguide entdeckte nach dem Abstieg am Ankerseil zwei winzige Schaukelfische. Für einen solchen Tagestrip mit zwei TG muss man sagenhafte 80 € hinblättern. 
Unser Fazit: schöner, gemütlicher, angenehmer, stressfreier, günstiger und intensiver sind die TG vom Live Aboard. Die Tagestrips lohnen sich für Taucher mit einem nicht tauchenden oder nicht seefesten Partner. Ach ja, unsere Erwartungen wurden, bis auf einen Punkt, vollends erfüllt.

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Filme: Fuji Superia x-tra 400 ASA
Kamera: Sea&Sea MX 5 mit close-up lense
Blitz: Sea&Sea YS 30 TTL Duo (Großen Dank an Rainer!)

Meer bei: bernd.wortmann@web.de


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Ps. Ich bin von unserem Online-Chefredakteur Harry Meisner gebeten worden, noch ein paar klare Worte zur Großfischsituation zu sagen. Wir haben bei 25 TG (inkl. 4 TG an Richelieu Rock) lediglich zwei Leopardenhaie, einen kleinen Weißspitzen-Riffhai und einen Manta gesehen. Von einem Holländer, der seit 20 Jahren in Thailand lebt, Taucher, Angler und Bootsbesitzer ist, habe ich erfahren, dass alle Haiarten, aber nicht die Mantas, bejagt werden. Den Haien schneidet man die Fins ab, und wirft den noch lebenden Torso zurück ins Meer. Die Sharkfins gelten in China und Taiwan als Potenzmittel. Jener Holländer wusste auch den Preis für eine Walhairückenflosse: 20000 $! Hier ist der Grund für das Verschwinden der Walhaie zu suchen. Mehr Informationen zu diesem Thema findet ihr hier http://www.taucher-net.de/walhai/index.html Wir möchten hier an dieser Stelle allen asiatischen Schlappschwänzen zusammen mit Pele den Gang zum Arzt empfehlen.

Man könnte also sagen: die Andamensee ist an Haien leer gefischt. Der Walhai ist in die Mythologie auferstiegen und findet sich nur noch in den Prospekten der Reiseveranstalter. Noch schlimmer ist die Situation auf den Burma Banks. Das Regime im ehemaligen Burma verlangt zwar horrende Nationalparkgebühren von den Tauchern, als Gegenleistung aber werden nur die Dynamitfischer beschützt, um von denen Schutzgelder zu erpressen. Zu der Zeit als wir in Thailand waren, sprach man davon die Burma Banks deswegen zu boykottieren und dieses Tauchgebiet nicht mehr anzulaufen. Ich kann nur jedem raten, sich diesem Boykott anzuschließen.


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