Ägypten November-Dezember 2003 
Safaga, Holiday Inn
Safari mit der Sea Fair von Hamata zu den St. John´s Reefs

Ein Reisebericht von Sabine Küpper und Bernd Wortmann

 



Nachdem wir letztes Jahr mit extratours eine wundervolle St. Johns Safari auf der Coral Princess mit Wilma erleben durften (siehe auch http://www.tsg-grevenbroich.de/stjohns.htm), hatten wir uns entschlossen, dieses Jahr die St. Johns´s Riffe wieder zu betauchen. Die telefonische Beratung und Buchung bei extratours hat inkl. der durch ein Missverständnis entstandenen Änderung reibungslos geklappt. Condor hat die Flüge nach Ägypten nun rauchfrei und auf dem Münchener Flughafen einen eigenen großzügigen Terminal.

In unserer ersten Reisewoche wollten wir noch mal alte Bekannte im Holiday Inn und im Ducks Dive Center in Safaga überraschen. Neben dem neuen Esel „Misu“ zählt die Einführung des Nitrox-Tauchens nach NRC zu den erwähnenswerten Veränderungen bei Duck´s Dive. Die Flaschenfüllung mit EAN 32 ist für brevetierte Taucher aufpreisfrei zu erhalten. Dahinter steckt ein professionelles Marketingkonzept (lieber VDST, aufgewacht, äh aufgepasst!). NRC nennt sich zwar Nitrox and Rebreather College, den nötigen cash flow realisieren sie aber mit dem Verkauf von Membran Anlagen an die Tauchbasen zur Nitrox Herstellung. Mitgeliefert werden das Unterrichtsmaterial und die Brevets (nebenbei erwähnt, mein VDST-Brevet kam von der CMAS aus Rom, und ich habe mehrere Monate drauf gewartet). 



Der Kurs bei NRC besteht aus 2mal eine Stunde Unterricht und 4 Tauchgängen. Kostet ohne Tauchgänge 120 €, also zusammen märchenhafte 200 € (ca. 20 € / TG im 10 Paket). In der ersten Woche nach Einführung der Membrananlage wurden mehr Kurse absolviert als in allen Jahren vorher zusammen. Die „kostenlosen“ Nitrox Füllungen werden also von den Kursteilnehmern „subventioniert“.





Wir möchten an dieser Stelle noch mal ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Nitrox-Bronze Kurs bei uns im Club 2mal 6h Theorie beinhaltet. Die Unterschiede zu NRC im theoretischen Background der Ausgebildeten sind dem entsprechend. Die Kursgebühren belaufen sich dabei auf 80 € für den Club plus phantasievolle 18 €, die an die VDST Tauchsport Service GmbH zu entrichten sind, für die Brevetierung (buntes Plastikkärtchen).
Beim Tauchen besteht der Unterschied zur Druckluft darin, dass man eine ca. 15 min längere Nullzeit hat. Der oft genannte Vorteil des Nitroxtauchens, man sei nach dem Tauchen nicht so müde, schien sich dahingehend zu bestätigen, dass man nun statt einem Dekobier zwei trinken konnte, was sich dann aber auch wieder in doppelter Müdigkeit umkehrte.
Vielleicht war diese Müdigkeit auch der Grund warum das Abendbuffet im Holiday Inn diesmal hinter unseren Erwartungen bezüglich Schmackhaftigkeit zurück blieb. Aber zum Glück gibt es ja noch das „Ali Baba“ in Safaga, das frische internationale und arabische Küche zu moderaten Preisen anbietet.

Die zweite Woche startete mit dem Bustransfer von Safaga nach Hamata. Abgeholt wurden wir von Abdul, der uns auch letztes Jahr kutschiert hatte. Auf dem Transfer nach Hamata hatten wir zwei Reisende vom Mangrove Bay abgeholt, die eine Woche vorher eine Safari auf der Sea Fun mit Luc gemacht hatten. Diese berichteten von Abgasschwaden, die durch die Kabinen zogen und den Aufenthalt unter Deck unmöglich machten. Da wir ursprünglich dieses Boot gebucht hatten, kamen wir mit gemischten Gefühlen in Hamata an, konnten aber aufatmen, als Ralf (unser Diveguide) uns mitteilte, dass der Kapitän der Sea Fun plötzlich wegen der Feierlichkeiten zum Ende des Ramadans zu seiner Familie geeilt sei, und wir deshalb mit der Sea Fair fahren würden.



Am selben Abend schlug Ralf vor, die Safari nicht in Hamata, sondern in Marsa Alam enden zu lassen. Begründung: dann könnten wir Shab Sataya und Shab Samadai anfahren und mit Delfinen schnorcheln. Außerdem wolle er keine 08/15 Safari machen und wir hätten 2h Busfahrt gespart. Trotz unserer Einwände, wir hätten dann wesentlich weniger Zeit um an den St. Johns Riffen zu tauchen, müssten wesentlich mehr Zeit mit Bootsfahren verbringen und wären mehr an den Riffen, die auch von Daily Trip Booten angefahren würden, was wir absichtlich mit der Buchung der St. Johns Riffe vermeiden wollten, wurden wir schnell von den anderen Gäste, die noch nie an den St. Johns Riffen waren, z.T. erst 12 bzw. 20 TG (!) hatten und müde von der Anreise und der Busfahrt waren, überstimmt.
Nachdem wir uns während der Safari massiv bei Ralf darüber beschwert hatte, dass wir tagsüber beim schönsten Sonnenlicht fahren und nicht tauchen und die Vermutung äußerten, das Boot müsse aus irgendeinem Grunde nach Marsa Alam, hat er uns versichert, dass das Boot in den nächsten Wochen keine Safari mache würde, nicht nach Marsa Alam müsse und sowieso in Hamata wieder starten würde. Danach hat er auf Fragen über die Fahrtzeiten zwischen den Tauchgängen die falschen Zeiten angekündigt (Ralf sagt 3,5h, der Kapitän sagt 5h und wir fuhren auch 5h!). Also haben wir bei der Safari insgesamt 17 TG gemacht, davon lediglich 3 TG an den St. Johns Riffen und haben an Shab Sataya einen Nachttauchgang (!) gemacht. Als wir in Marsa Alam ankamen, bestätigte uns die Crew, dass das Boot repariert werden müsse und dass man das in Hamata nicht machen könne.









In Sachen Tauchen sei lediglich noch erwähnt, dass sowohl Petrus als auch Neptun uns nicht wohl gesonnen waren, da während der gesamten Safari starker Wind mit einer relativ hohen Dünung herrschte, wir deshalb nicht an den Habilis tauchen konnten, trotzdem aber an den anderen Riffe keine nennenswerte Strömung hatten (keine Strömung, keine Haie) und Shab Samadai nun, da es auch von Tagesbooten angefahren wird, delfinfrei ist.






Zum K ......!



Der Rückflug mit Condor (ich war schon wieder am Notausgang) gestaltete sich mit dem Umsteigen in München und der obligatorischen Verspätung als Geduldsprobe. 
PS. Ich bin von unserem Online-Chefredakteur Harry Meisner gebeten worden, ein paar klare Worte zu den Safari Booten der unteren Preisklasse zu verlieren. Nach unseren Erfahrungen ist die Buchung eines teuren Bootes keine Garantie für eine perfekte Safari. Das Boot hat lediglich einen Anteil von 50 % an einer gelungenen Tauchsafari, mindestens ebenso groß ist der Anteil des Diveguides. Wenn er es versteht, die Gruppe zu begeistern, können wir gerne auf Truthähne und Bademäntel verzichten. Unverzichtbar ist dagegen, dass für jeden Gast ein Platz am Tisch vorhanden ist, und dass das Zodiak funktioniert. 
Ich habe den Reiseveranstalter über die Umstände an Bord der Sea Fair informiert. Dabei zeigte sich, dass schon eine Gegenstimme bei Abstimmungen über die Safariroute dazu führt, dass die ursprünglich gebuchte Route gefahren werden muss, ansonsten gibt es Rückzahlungen zwischen 5 und 20 %. 
Extratours hat sich mal wieder als guter und kulanter Tauchreiseveranstalter bewiesen, der sich allerdings mit diesen Booten keinen Gefallen tut.

Eine Tauchsafari ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was drin ist …
sa.kuepper@web.de
bernd.wortmann@web.de


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