Asmas


Malediven - Safari 2002

Ein Bericht von Sabine Küpper und Bernd Wortmann

Schon kurz nach unserem letzten Tauchurlaub hatten wir uns vorgenommen: als nächstes sind die Malediven an der Reihe. Im April war es dann soweit.


Doch der 11. September mit seinen Flugplanänderungen und -preiserhöhungen brachte unerwartete Hindernisse: 800 EUR für einen Flug, das erschien uns etwas happig. Letztlich haben wir für 650 EUR einen Flug mit den Emirates bekommen. Super Airline, (relativ) viel Platz für die Extremitäten, gutes Essen und Playstation für jeden Sessel. Nachteil: Zwischenlandung in Dubai und 4h Aufenthalt in der "Freihandelszone". Um 5.00 morgens ging´s dann endlich weiter. Beim Landeanflug schauten wir gespannt aus den Fensterchen, um die ersten Impressionen der Spiegeleieratolle zu erhaschen. Doch plötzlich wurde die Sicht schlechter und Regentropfen prasselten gegen die Frontkamera des Airbusses.

Nachdem wir gelandet waren, hatte es zwar aufgehört von oben zu regnen, aber dafür stieg die Feuchtigkeit nun dampfend von der Rollbahn auf und kondensierte an unseren Hosen. Ab diesem Zeitpunkt bis zum Abflug hieß das für mich: Dauerschwitzen. Aufgrund individueller Temperatur- Wohlfühlbereiche bei mir und Sabine durfte ich aber in diesem Punkt nur mit wenig Mitgefühl rechnen. Der erste Tauchgang brachte auch nicht die ersehnte Abkühlung: 29° C zeigte der Computer als Minimaltemperatur an (wie warm ist eigentlich Badewasser?). Zugegeben, 6,5mm HT war nicht unbedingt nötig (die Kopfhaube hatte ich vorsichtshalber schon zuhause gelassen). Sabine fühlte sich sauwohl in ihrem neuen 2,5 mm Nassanzug.

 

Lagune

 

Male

Fischerhafen


Doch nun zu den Tauchplätzen.

Zuerst cruisten wir durch´s Nord-Male Atoll. Die Tauchplätze dort:

    Lion´s Head
    Maldive Victory Wrack
    Paradise Rock: schlafender Ammenhai
    Manta Point: super Tauchplatz, Adlerrochen, 5 Schildkröten, keine Mantas
    Lhohifushi:  unter anderem 45 couchtisch-große Büffelkopfpapageienfische

Manta Ey

Büffelkopfpapageien


Von dort aus zogen wir westwärts gen Rasdoo Atoll:

Rasdoo Madivaru: Drop off mit schmalem Riffrücken, 5 Langnasenbüschelbarsche in 5 nebeneinander wachsenden Gorgonien
Rasdoo Madivaru: Early Morning Dive, Hammerhaie leider nur ganz kurz im Blau unter uns.

Langnasenbüschelbarsch

Anemone


Nach dem Early Morning Dive fuhren wir südwärts in´s benachbarte Ari Atoll. Zum Mittagessen gab´s dort am

Maaya Thila: Graue Riffhaie, und weil´s so schön war, haben wir an diesem Tauchplatz auch noch einen Nightdive hingelegt und den Whitetips mit unseren Lampen zum Abendessen verholfen. Ein echtes Hailight!
Malos Thila: schön bewachsen aber Sauströmung
Kalhahadi: siehe oben
Rhanghali Mantha Point Logbucheintrag: "1000 Gelbstreifenschnapper, 500 Goldfleckstraßenkehrer, 250 Rotzahndrücker, 100 Doktorfische, 50 Leopardendrücker, 10 Riesenzackenbarsche und 2 Mantas an Putzerstation. Geil!"
Bulalohi Thila: Napoleons, Schildkröten, Stierkopfzackenbarsch
Kudahra Thila: Endlich Weichkorallen
Dhagathi Thila: Tiefer 15 m noch schöne Gorgonien
Broken Rock: Strömung und intakte Korallen.
Fish Head: sagenhafter Tauchplatz, alles an Fischen von klein bis Hai jagen und werden gejagt
Halaveli Wreck: Leider ohne Stachelrochen, aber dafür mit Zähne zeigenden Müränen. Gegenüber liegendes Hausriff gleicht einer Schutthalde.
Validoh Cave: Blaukopfkaiserfisch, Prachtanemone

Halaveli Muräne

 

Hemprichs Weichkoralle

 

Blaustreifenbrassen

Blaumaskenkaiser


Dann schloss sich unsere Underwatersightseeingtour und wir erreichten wieder das Nord-Male Atoll.

Backfurana: Kanal, zuviel Strömung, diesmal keine Fische
Bananareef: Schon vom Dhoni aus konnte man sehen, wie die Strömung im Kanal das ansonsten spiegelglatte Meer kräuselte wie eine Stromschnelle den Gillbach (oder mindestens die Erft). Also ohne Luft in Jacket und Lunge reinspringen, ein paar kräftige Flossenschläge und irgendwo wo tot (nicht schlimm, ist eigentlich alles tot) festhalten. Warten bis das alle unten sind und auf Kommando wie die Basejumper in die Strömung. Damit´s nicht langweilig wird begaben wir uns dann noch in eine Waschmaschine, jedoch ohne Schleudergang.

Süsslippen

Zähne zeigen


Damit gingen zwei "unvergessliche" und anstrengende Wochen zu Ende. Eigentlich wäre ich froh gewesen wieder nach Haus zu kommen, wenn da nicht noch dieser langweilige Rückflug gewesen wäre. Beim Einchecken (zum ersten Mal nach 14 Tagen nicht schweißtriefend) kam dann die nächste Überraschung. Die junge Dame am Schalter erklärte uns freundlich, dass es Ihr furchtbar leid täte, dass Flugzeug sei überbucht, wir könnten nicht nebeneinander sitzen, aber dafür in der Buisnessclass. Einverstanden.

Kamera: Sea & Sea MX 5
Film: die billigen im 10er Pack von Foto Porst

Meer bei sa.kuepper@web.de oder bernd.wortmann@web.de

p. s.
Ich bin von unserem Online-Chefredakteur Harry Meisner gebeten worden, ein paar klare Worte zum Thema Coral-bleaching zu sagen. Dazu ist folgendes festzustellen: Es gibt keine ausgeblichenen Korallen mehr. Diese sind 4 Jahre nach El Nino längst von grünen Schleimalgen überwuchert und damit endgültig zerstört worden. Übrig bleibt Korallenschutt und nackter Fels. Bei manchen Schutthaufen ließ sich noch unschwer erkennen, dass dies früher wohl eine riesige Tischkoralle war. Taucher, die zum letzten mal vor dem Coral-bleaching auf den Malediven waren und jetzt wieder an denselben Riffen tauchten, hatten nach eigener Aussage angesichts des trostlosen Zustandes mancher Riffe die Tränen in den Augen.
Das Phänomen der Riffzerstörung ist indirekt abhängig von Tiefe, Strömung und Exposition der Riffe. Die Schadfaktoren sind Wassertemperatur und Sonneneinstrahlung. Demzufolge sind praktisch alle Riffdächer im Bereich bis 5 m Tiefe zu 90% zerstört. Lediglich einige Anemonenarten (Heteractis magnifica und Stichodactyla mertensii) finden sich dort. An den Steilwänden mit geringerer Sonneneinstrahlung oder unter Abhängen haben sich vor allem Grüne (Tubastraea micrantha) und Orange (T. coccinea) Becherkorallen halten können. Weichkorallen (hauptsächlich Hemprichs Weichkoralle (Dendronephthya hemprichi) und Klunzigers Weichkoralle (D. klunzingeri)) findet man nur ab 15 m Tiefe oder darüber an sehr strömungsexponierten Stellen, wie z.B. in den Atollkanälen.
Auf den Riffdächern entwickelt sich langsam wieder neues Korallenleben. Als Sukzessionspioniere erweisen sich anpassungsfähige Spezies, wie die Himbeerkoralle (Pocillopora verrucosa und P. edouxi) und die Griffelkoralle (Stylophora pistillata), die eine hohe ökologische Toleranz gegenüber Sonneneinstrahlung besitzen.


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