Lamaya Resort



Lamaya
Resort Marsa Alam Oktober 2006

Ein Reisebericht von Harald Meisner


Unser Urlaub in den Herbstferien sollte diesmal ein Familienurlaub werden mit Schwerpunkt Schnorcheln statt Tauchen. Unser Sohn Jonas, 7 Jahre und geübter Baggersee-Schnorchler sollte seine ersten Erfahrungen im Meer machen. So suchten wir schwerpunktmäßig im Süden Ägyptens, der mir auch heute noch relativ sicher erscheint, ein Hotel direkt am Strand mit einem tollen Hausriff. Sehr hilfreich war hier das Urlaubsbewertungsportal Holidaycheck, das Hunderte von Bewertungen (TÜV-zertifiziert) von Reisenden (auch Tauchern und Schnorchlern) zu allen erdenklichen Hotels enthält. Unter den Top 10 der südlichen Hotels befinden sich alle drei Hotels in der Coraya Bucht bei Marsa Alam. 


Das Lamaya Resort glänzte hier nicht nur durch optimale Lage, All Inclusive, gutes Essen und guten Service, sondern auch durch seine Kinderfreundlichkeit und die großen (45 qm) Familienzimmer. Es wechselt sich auf Platz 1 der beliebtesten Hotels in Marsa Alam regelmäßig mit dem Coraya Beach ab und wurde 2005 als eines der 99 beliebtesten Hotels weltweit ausgezeichnet. Es befindet sich nur 10 Minuten vom Airport Marsa Alam entfernt und etwa 70 km nördlich von Marsa Alam City. Marsa Alam ist von vielen Flughäfen aus per Direktflug erreichbar und lange Transferzeiten entfallen komplett. Eine Anreise über Hurghada empfiehlt sich nicht, da diese noch mit ca. 3 Stunden stressigem Bustransfer verbunden ist. Wer die landestypische Fahrweise und Straßenverhältnisse kennt, weiß, was er sich so erspart. Die Abfertigung am Flughafen Marsa Alam ist schnell und unbürokratisch, da es sich hier um einen privaten Flughafen handelt.

Lamaya Resort


So ist man in der Regel schon eine dreiviertel Stunde nach der Landung im Hotel und auch der Check In dort ist schnell und trotzdem nett und zuvorkommend, so dass man schon nach sehr kurzer Zeit den Urlaub in vollen Zügen und verlustfrei genießen kann.
Um es kurz zu machen: Sowohl Hotel, als auch Hausriff haben unsere Erwartungen noch übertroffen. Service und Sauberkeit sind vom feinsten und die Freundlichkeit des Personals ist unübertroffen. Ich habe das so selbst in Hotels mit einem Stern mehr bisher nicht erlebt. Es scheint auch so, dass die Bakschisch-Mentalität glücklicherweise noch nicht bis in den Süden vorgedrungen ist. So wurde nicht ein einziges Mal mit aufgehaltener Hand Trinkgeld gefordert, wie man es aus Hurghada und Co. gewohnt ist. Im Hotel sind verschlossene Boxen aufgestellt, in die man freiwillig Trinkgeld einwerfen kann. Und wenn man dies tut, wird sich insbesondere in den Bars überschwänglich freundlich und herzlich dafür bedankt. Ein weiterer Punkt, der den Süden sehr sympathisch macht.
Ein paar Worte zur Hotelanlage: Das Hotel hat 389 Zimmer und war nur zur Hälfte ausgebucht, so dass es zu keinem Zeitpunkt irgendwo großen Andrang gab. Es gibt drei Süßwasserswimmingpools (im Winter beheizt), einen separaten Kinderpool, eine Poolbar, ein Hauptrestaurant, und eine geschmackvolle Lobbybar, sowie ein Amphitheater, in dem teils Showeinlagen geboten werden, die man in einem Hotel kaum erwartet. Im All Inclusive ist wirklich so ziemlich alles enthalten, was man braucht, so dass die Nebenkosten sich sehr in Grenzen halten. Insbesondere für Kinder ist mit Getränken, Eis und Kuchen bestens gesorgt. Neben dem Mittagsbuffet im Hauptrestaurant gibt es in der Beach Bar Mittags frisch zubereitete Snacks wie Pizza, Burger und Salat, die wirklich hervorragend schmecken. Obwohl ich inklusive Eiswürfel, Speiseeis und Salaten (alles Dinge, die ich sonst in Ägypten immer gemieden habe) so ziemlich alles zu mir genommen habe, was angeboten wird, blieb Pharaos Rache völlig aus, was mir ehrlich gesagt bisher auch noch in keinem Hotel Ägyptens passiert ist.

Coraya Bucht

Ein paar Worte zum Hausriff:
Zum Schutz des Riffes ist der Zugang zum Meer nur über den Steg direkt vor dem Hotelstrand und über einen begrenzten Bereich am Coraya Resort (ca. 500 Meter Fußweg) möglich. Für Badeurlauber ist das möglicherweise ein Manko. Ich fand es jedoch völlig in Ordnung. Der Steg führt direkt in den interessanten Bereich des Riffs und ist auch für Kinder geeignet. Der Zugang zum Meer ist über 3 stabile Leitern am Steg problemlos möglich. Der Schutz des Riffes hat sich absolut gelohnt. Den Schnorchler erwartet ein intaktes Saumriff mit einer fantastischen Fauna, wie sie an den meisten Hausriffen ihresgleichen sucht. Neben Riesen-Kugelfischen, Napoleons, Blaupunktrochen und Krokodilfischen sieht man auch gelegentlich seltene Feilenfische und in den frühen Morgenstunden kommen sogar gelegentlich Delfine in die Bucht. Und wohl bemerkt, alles beim Schnorcheln zu erleben.



Jonas

Kugelfisch

Blaupunktrochen

Feilenfisch

Krokodilfisch


Beim nächsten Besuch wird es wohl auch ausgestattet mit dem Kindertauchschein erste Tauchgänge in der Bucht für Jonas geben. Die Tauchbasis (seit November 2006 Coraya Divers, vorher Extra Divers Marsa Alam) macht einen ordentlichen und gut organisierten Eindruck. Es werden neben Hausrifftauchen auch Tages- und Halbtagestouren ab Ras Galib mit Bustransfer etc. angeboten. Auch Touren zum Elphinstone Reef sind, wenn auch zu einem stattlichen Preis möglich.


Vom Hotel organisiert werden auch Schnorchel-Trips nach Abu Dabbab angeboten, die man unbedingt mitmachen sollte. Den Preis von 25 EUR inkl. Busfahrt und Eintrittsgeld für den Besuch der Bucht finde ich völlig angemessen. Die Bucht ist bekannt für ihre riesigen Schildkröten und einen standorttreuen Dugong, der dort in den Seegraswiesen regelmäßig weidet. Ein wichtiger Tipp: Als erfahrener Schnorchler sollte man sich nicht dem Guide und der Gesamtgruppe zum „Massenschnorcheln“ anschließen, sondern sich direkt in die Mitte der Bucht begeben und dort entlang der Seegraswiesen die Bucht von links nach rechts durchschnorcheln. Das Riff ist eher weniger interessant als das Hauriff in der Coraya Bucht und man sieht so als erster die wirklichen Highlights der Bucht. Leider hatten wir nicht das Glück den Dugong anzutreffen, aber dafür hatten wir Kontakt mit 8-10 teils gigantischen Schildkröten. Zwei tauchten in Armeslänge direkt neben mir zum Atmen auf. 


Geigenrochen

Schildkröte


Ein fantastischen Erlebnis, dass dem Taucher bei einem Gerätetauchgang komplett entgeht. Außerdem sind häufig Geigenrochen anzutreffen, die sonst im Roten Meer eher selten gesehen werden. 
Alles in allem ein sehr gelungener Urlaub und garantiert nicht unser letzter Aufenthalt im Lamaya.

Fotos von Jonas und Harald Meisner, Canon Powershot S30


Video Delfin am Hausriff

Hier noch ein kleines Video von einer Delfin-Begegnung 
am Hausriff von Bernd Wortmann (wmv 480 kb)


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