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Die Costa Brava – Eines der schönsten Tauchgebiete Europas

Und es gibt doch noch schöne Unterwasserwelten in Europa

Kaputte Unterwasserwelten, gähnende Fischleere, zerstörte Riffe. Wer hat sie noch nicht gehört, die Geschichten um Europas Tauchgebiete. Fischschwärme, Korallen und eine intakte Unterwasserwelt sieht man nur noch auf den Malediven, am Roten Meer oder in Thailand behaupten viele Taucher. Doch ist man nicht doch viel zu verwöhnt? Ich möchte Euch in den folgenden Zeilen das, für viele erfahrene Taucher, schönste Tauchrevier Europas vorstellen.

Die Costa Brava mit ihren Fischerdörfen, Badestränden und herrlichen Felsenlandschaften. Eine Welt sowohl für Taucher als auch für Nichttaucher.
Diese spanische Region zieht sich von der östlichen Grenze zu Frankreich durch die Pyrenäen am Golf von Roses vorbei, bis hinter Barcelona.
Durch das große Hinterland ist die Costa Brava auch ein Gebiet für Kulturliebhaber. Barcelona, die kleinen Gassen von Sant Feliu de Guixols oder die herrliche Stadt Girona im Hinterland sind nur ein sehr kleiner Teil der Kulturzentren der Costa Brava. Uralte Berg- und Fischerdörfer, die allabendliche spanische Feststimmung oder das Großstadtflair lassen die Herzen aller höher schlagen.

Aber auch Wasserliebhaber, ob Taucher oder Schwimmer, Schnorchler oder Surfer, finden in den Weiten der spanischen Ostküste ein für sie zutreffendes Plätzchen. Die Riffe und Felsen von Tossa de Mar oder die Medes Inseln sind nur Beispiele für die herrliche Welt der Costa Brava.
Anreisen kann man sowohl mit Auto, Bahn oder Flugzeug. Obwohl die Anreise mit dem Auto anstrengend ist, ist sie für Taucher zu empfehlen, da auch zwischen den Touristenzentren nur wenige Züge pendeln. Außerdem empfiehlt es sich, sich in der Felsenwelt der nördlichen Costa Brava mit dem Auto fortzubewegen. Man kann sich allerdings auch gegen relativ wenig Geld einen Kleinwagen vor Ort mieten.
Sofort von der Felsenküste im Norden gefesselt, will man nicht mehr weg. Es gibt sowohl Sand- als auch Felsenstrände in dieser Region. Für normale Strandgänger, die die feinen Sandstrände ausnutzen wollen, oder Bergsteiger, denen eine kleine Kletterstunde nicht zu schaffen macht, oder auch Wanderer die zwischen Stränden wandern möchten, alle kommen auf ihre Kosten.
Unterkunft findet man einmal in den Touristenstädten wie Llorret de Mar, oder Blanes, die eigentlich nur über Sandstrände verfügen oder in kleineren Städten an der Felsenküste wie z.B. Sant Feliu de Guixols oder Tossa de Mar.
Doch wo findet man geeignete Stellen, sowohl zum Tauchen als auch zum Schwimmen und Schnorcheln? Gibt es gute Tauchbasen oder nur selbst erkundete Bade- und Tauchgebiete.
Fährt man die Küstenstraße von Sant Feliu de Guixols in Richtung Tossa, ein Weg der an der einen Seite vom Meer, an der anderen Seite von den Ausläufern der Pyrenäen begrenzt, einen herrlichen Ausblick auf das Mittelmeer und die schönen Buchten der Costa Brava freigibt, kommt man nach einer ca. halbstündigen Fahrt an eine Clubanlage, dem Club Giverola. Den Club einmal umfahren, kommt man an die kleine Bucht, die direkt unter dem Hotel liegt, die Cala Giverola. Unschwer durch die VDST-Flaggen und Aufkleber gekennzeichnet, erblickt man direkt die kleine Tauchbasis von Helge und Martina "Tina" Ruebsam.
Fragt man nach Tauchgängen wird man sofort herzlich aufgenommen, man gehört sofort dazu. Es ist als kenne man die Beiden schon seit Jahren.
Helge ist VDST TL 2 und hat darüber hinaus noch den Baracuda TL 3. Martina ist ebenfalls Baracuda TL. Die beiden stammen aus Wuppertal, wo sie, bevor es sie nach Spanien zog, ein Tauchgeschäft mit Schule hatten.
Die Preise für Tauchgänge und Ausrüstung sind human. Die Preise liegen bei 45,- DM für den Checktauchgang und ca. 25,- DM für normale Bootstauchgänge. Der Checktauchgang ist Pflicht, bei diesem werden die Grundlagen der Taucher geprüft wie z.B. das Maske ausblasen, ohne Maske Tauchen oder den Lungenautomat wiederangeln. Falls man Ausrüstung benötigt, kann man diese gegen 25,- am Tag Komplett ausleihen. Man kann natürlich auch Einzelteile wie Lungenautomat, Flossen oder auch Taucherlampen gegen geringes Aufgeld leihen.
Nun ist man bestens gerüstet für eines der Tauchprogramme, sei es man taucht in der Bucht, also der Cala Giverola, man macht einen Bootstauchgang mit den beiden Tauchlehrer oder man nutzt das NON – LIMIT – TAUCHANGEBOT, also den Bucht- und Bootstauchgang in einem. Für wenig Geld kann man 3, 6, oder 12 Tage, jeweils zwei Bootstauchgänge pro Tag und so viele Buchttauchgänge wie man will machen, Flaschenfüllung inklusive. Diese Tauchgänge kann man auch auf mehrere Personen aufteilen. Auch in dieser Organisationsfrage ist man bei Helge und Tina gut beraten.
Doch was sieht man an den Riffen außerhalb oder in der Bucht? Entgegengesetzt der weitverbreiteten Meinung sehr viel. Da sind zum einen Schwärme von Barakudas, auf Felsen sitzende, feuerrote Drachenköpfe in allen Größen, viele neugierige aber trotzdem scheue Tintenfische und wenn man Glück hat auch Muränen.
All diese Fische und auch viele kleinere leben an noch intakten, stark bewachsenen Riffen wie dem Pola Riff, den Rocas de Giverola oder den Cuevas de Giverola einer Höhle.
Einmal pro Woche bzw. auf Nachfrage bieten die Ruebsams einen Nachttauchgang an, bei dem man die Costa Brava auch im Dunkeln kennenlernen kann.
Natürlich ist diese Bucht keine Taucherbucht. Die Unterwasserwelt der Cala Giverola kann man auch als Schnorchler erkunden. Die an der Seite auf 1-3 m Wassertiefe gelegenen Felsenbrocken, beherbergen Unmengen von Tieren wie z.B. Fischen, Krebsen oder anderen Kleinlebewesen.
Wer noch mehr erleben möchte, kann als Taucher entweder alleine oder ebenfalls als Exkursion mit Helge und Tina zu den Medes Inseln, einer Inselgruppe direkt vor dem kleinen Fischerdorf L’Estartit fahren. Die Inseln, im Mittelalter ein Schlupfwinkel für Piraten, sind von den spanischen Behörden zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Dadurch beherbergen sie eine wunderschöne Unterwasser- und Fischwelt, die unberührt scheint.
Ob große Zackenbarsche von 1,20m Länge, Rochen, Conger oder anderer Groß- und Kleinfische, alles typische für die Mittelmeerwelt ist hier zu Hause.
Aber nicht nur Wasserfreunde können den Aufenthalt genießen. Die katalunischen Hauptstadt Barcelona ist ein idealer Ort für Touristen, die Kultur und Menschen Spaniens kennenlernen wollen. Antonio Gaudis Heimatstadt ist voll von Sehenswürdigkeiten. Die Catedral de Santa Eulalia, der Gotische Dom Barcelonas, birgt eine Vielzahl von schönen Heiligenstatuen und 500 Jahre alten Glasfenstern. Doch noch schöner als der Dom Barcelonas sind die Bauwerke des Antonio Gaudi. Entweder man bestaunt die tolle Ostfassade der Sagrada Familia, genießt die wunderschöne, romantische Welt des Parca Güell oder wandert gelassen über den Passeig de Gracia. Barcelona, 1992 Stadt der Olympischen Sommerspiele, ist ebenso ein Mekka für Sportfans. Die olympischen Anlagen auf dem Montjuic sind ein wahres Muß für alle Olympiaanhänger.
Nach allem was ich an der Costa Brava erlebt habe, kann ich also nur widerrufen was viele Taucher behaupten.
Natürlich ist die Unterwasserwelt der Costa Brava kein Thailand oder Ägypten. Es gibt nicht so große Fische wie in der Karibik oder auf den Malediven. Doch für Taucher, die auch für wenig Geld und ohne große Anstrengung viel erleben wollen, ist die Costa Brava ein wahres Paradies.

Ein Bericht von Thomas Schnitzler


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