Die Ereignisse des
Jahres, mit der Geiselnahme auf Sipadan und den nachfolgenden Aktionen auf Jolo, machten
uns vor Antritt der Reise zwar unsicher, aber vor Ort gab es keine Probleme. Im Gegenteil:
Mabul, insbesondere aber das Water Village Resort, ist wohl einer der sichersten Domizile
in diesem Bereich.
Gründe:
Auf der Insel befindet sich eine Polizeistation und abends lag regelmäßig ein
Polizeiboot am Steg des Water Village Resorts. Nachts patrollierten bewaffnete Polizisten
regelmäßig im Resort selbst. Aufgrund seiner Bauweise ist eine im Wasser und auf Stelzen
gebaute Anlage für alle Anwesenden sehr sicher.
Warum die Anlage in keinem Katalog der uns bekannten Reiseveranstalter angeboten
wird, ist uns unverständlich. Im Vergleich zu den anderen Anlagen, von denen wir die auf
Mabul in Augenschein nehmen konnten, ist für Taucher das Water Village Resort wohl die
beste und für uns, aufgrund von BOOT 2000-Sonderkonditionen, die günstigste Anlage vor
Ort.
Bei Malaysia Airlines gibt es für Taucher insgesamt 35 Kg Freigepäck. Die moderne
B 747 für den Langstreckenflug hatte so Monitore für alle Sitze (auch für die Economy
Class), auf denen jeder sein persönliches Programm gestalten konnte.
Allgemeines:
Die Inseln Sipadan und Mabul, sowie die Anlage Kapalai, liegen in der Celebes-See
und gehören zu Malaysia. Sipadan wächst wie ein Pilz aus der See, mit einem Drop Off bis
ca. 1200 Metern und ist vom Festlandsockel Borneos völlig abgetrennt. Mabul und die
Anlage Kapalai sind mit dem Festlandsockel verbunden und entsprechend flach und typisch
sind die Tauchgebiete.
Das Klima ist tropisch mit ca. Temperaturen von tagsüber 32 Grad, nachts 22 Grad,
Luftfeuchtigkeit ca. 90 % und einer Wassertemperatur zwischen 26 und 31 Grad Ein
mindestens 3mm Neopren ist zum Tauchen deshalb zu empfehlen. Die Regenzeit liegt
hauptsächlich in der Zeit von Dezember bis Januar. Aber auch in unserer Reisezeit
(Oktober) gab es bereits die ersten Vorboten, d.h. nachts und gelegentlich auch tagsüber
kurze Regenschauer.
Unsere Unterkunft und
Tauchstation:
Das Water Village Resort: In Ausstattung und Komfort ist es gut bis sehr gut.
Mittags und abends stand ein gemischtes Buffet aus chinesischen, japanischen aber auch
für Europäer geeigneten Speisen zur Verfügung. Täglich gab es etwas Besonderes.
Wasser, Fruchtsäfte, Tee und Kaffee waren im Preis inbegriffen. Nur alkoholische
Getränke sind in gesamtem Bereich von Borneo sehr teuer. Beispiel: Eine Flasche Bier, 0,7
Ltr., kostet umgerechnet ca. 8 DM. Die Tauchbasis ist sehr gut und organisatorisch die
beste stationäre Basis, die uns weltweit bisher begegnet ist. Sie ist für maximal 100
Taucher ausgelegt. Alu-Flaschen/10 Liter mit INT.-Anschluss sind die Norm. Mit den
Glasfiber-Booten, jeweils mit mindestens 2 x 100 PS bestückt, ist jeder Tauchplatz in
kurzen Zeit zu erreichen (Sipadan je nach Wetter ca. 35 Minuten). Jede Gruppe, die in der
Regel aus ca. 6 Tauchern besteht , fährt täglich mindestens einmal an die Tauchplätzen
vor Sipadan. Weitere Tauchplätze liegen vor Kapalai und Mabul selbst. 3 Tauchgänge mit
dem Boot sind obligatorisch. Hinzu kommen NON-Limit Tauchgänge am Hausriff.
Nachttauchgänge oder ein Tauchgang in einer Mangrovebucht sind gegen Zusatzberechnung
möglich. Jeder Tauchguide hat sein spezielles Gebiet und entsprechend wird mit jeder
Ausfahrt gewechselt. Der Wunsch nach Spezies wird entsprechend erfüllt (such dir vorher
etwas in den Bestimmungsbüchern aus was es hier in der Gegend gibt und es wird dir
gezeigt). Es ist unglaublich, aber die Guides konnten alle unsere Wünsche erfüllen.
Sehr gute Bestimmungsbücher,
die Besten, stammten aus Japan und China, sind reichlich vorhanden und vor und nach jeder
Ausfahrt sehr beliebt. Insbesondere die Japaner sind bei der Bestimmung von Spezies sehr
ehrgeizig.
Die meisten Taucher sind Japaner. Der Grund mag darin liegen darin, dass Tokio nur
ca. 6 Flugstunden entfernt liegt. Leider sprachen die Japaner kein oder nur ungern
englisch, sodass fast keine Unterhaltung möglich war. Europäer oder auch Amerikaner gab
es vor Ort in unserer Zeit fast keine. Trotzdem; Entgegen allen Vorurteilen haben wir dort
fast nur gute japanische Taucher/innen kennengelernt.
Die Anlage ist über einen festen Steg mit der Insel verbunden, auf der auch der
benötigte Strom erzeugt wird. Spaziergänge sind dort problemlos möglich.
Die Tauchplätze:
Sipadan: Am South Point trafen wir die berühmte Ansammlung unzähliger Barrakudas
(Sphyraena putnamiae). Sofern keine Strömung anliegt, bilden sie den in Fotos immer
wieder gezeigten Kreisel. Wir hatten das Erlebnis und konnten in diesem Kreisel Tauchen.
Am Barrakuda Point sahen wir eine große Anzahl von Büffelkopfpapageienfischen
(Bolbometopon muricatum), ebenso einen riesigen Schwarm von Großaugenmakrelen (Caranx
sexfasciatus) und immer wieder Schildkröten. Sipadan ist deshalb der Bereich für
Großfische. Die Sicht dort betrug zwischen ca. 15 und 50 Meter.
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