Biyadhoo, Süd Male Atoll, Malediven


Ein Bericht von Angela und Bernhard Dinter
Reisemonat April 2011



Anfang April ging es mit Air Berlin als Direktflug von Düsseldorf nach Male auf den Malediven. Der Flug ist ein Nachtflug, Abflugzeit 20:50 ab Düsseldorf, nach 8 ½ Stunden Flugzeit mit kräftigem Rückenwind und 3 Stunden Zeitverschiebung während unserer Sommerzeit, erreichten wir Male gegen 8 Uhr am Morgen. Vom Flughafen aus ging es nach den Einreiseformalitäten und dem Empfang durch die örtliche Reiseleitung direkt zum Jetty. Von dort aus in einer ¾ Stunde mit dem Speedboot ins Süd Male Atoll mit dem Ziel Biyadhoo. Die Insel ist etwa 300x100 m groß und üppig bewachsen, die 96 Zimmer untergebracht in 6 doppelstöckigen Häusern jeweils drei auf der West und drei auf der Ostseite der Insel sind erst auf kurze Distanz teilweise zu erkennen. Direkt am Bootsanleger befindet sich linker Hand der Rezeptionsbereich, dort kann man sich auch zu diversen Tages- und Halbtagesausflügen anmelden, rechter Hand die Tauchbasis. Auf der Westseite der Insel befindet sich das Restaurant in welchem die drei Mahlzeiten eingenommen werden können, die Coconut Bar und ein kleiner Shoppingbereich. Auf der Nordseite der Insel befindet sich das Wassersportzentrum. Hier kann man Surfbretter, Kajaks, Segelkatamarane und Schnorchelsets leihen. Auf der Ostseite befindet sich noch ein Spa-Bereich, indem die unterschiedlichsten Behandlungen zu akzeptablen Preisen angeboten werden. Im Inselinneren befindet sich der Staff Bereich mit Unterkünften und der Technikbereich der Insel. Vollständigkeitshalber möchte ich noch die kleine Schiffswerft im Südosten erwähnen, hier werden die Dhonis der Insel und der Schwesterinseln überholt. Die Insel kann bis auf einige Stellen wie dem Bootsanleger, der Werft und einigen bis ins Wasser bewachsenen Stellen komplett umrundet werden. Auf der Westseite ist eine große Lagune bis zum Riff in der man meist in den Morgen- oder Abendstunden kleine Schwarzspitzenriffhaie und verschiedene Rochenarten beobachten kann.
Insgesamt waren wir von der 2 ½ Sterne Insel positiv überrascht. Die Einrichtung ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber durchaus zweckmäßig. Jedes Zimmer verfügt über ein großes Doppelbett, einen Wandschrank mit Kleiderbügeln und Fächern in ausreichender Menge, mit Minibar und Wasserkocher mit dem man sich nach Belieben Kaffee oder Tee aufbrühen konnte, Utensilien hierfür wurden ständig nachgelegt. Jedes Bad ist mit Toilette, Dusche mit warmem Wasser und Waschtisch ausgestattet. Es gibt genügend übrige Ablagemöglichkeiten und alle Zimmer verfügten über eine leise arbeitende Klimaanlage. Die oberen Zimmer hatten einen Balkon, die unteren eine Terasse mit zwei Sesseln kleinem Tisch und einem Trockengestell für Handtücher oder Badekleidung. Zum täglichen Reinemachen des Zimmers gehörte auch der Austausch der Handtücher für Bad und Strand.



Alle Mahlzeiten wurden in Buffetform angeboten. Am Anfang bekam man einen Tisch und einen Kellner zugeteilt, der die komplette Zeit für uns zuständig war. Die Essenszeiten waren morgens von 7.30 – 10.00 mittags von 12.30 – 14.00 und am Abend von 19.30 – 22.00 Uhr. Die Tische waren immer sauber und mit Stoffservietten eingedeckt. Morgens gab es warme Speisen, für jeden separat zubereitete Eier, Würstchen oder Bacon, diverse Brotsorten , Müsliecke und süße Teigwaren. Täglich zwei unterschiedliche Fruchtsäfte sowie Kaffee oder Tee. Mittags und abends gab es vorweg eine Suppe, verschiedene angemachte Salate und einige Rohkost zur Selbstzusammenstellung. Zusätzlich gab es mehrere Fleisch- und Fischgerichte sowie Kartoffel- und Gemüsebeilagen. Als Dessert Obst, Kuchen, Puddings oder kleine Teilchen. Alles schmackhaft und abwechslungsreich, und ständig nachgelegt. Überrascht hat uns, daß teilweise sogar Schweinefleisch im Sortiment war. Der positive Effekt der 2 ½ Sterne Insel waren die für die Malediven recht niedrigen Getränkepreise. Eine Flasche Wasser (1,5 l) kostete 3 $, ein Bier (0,3 l) 3,50 $ und ein Softdrink (0,33 l) 2,50 $. Das angebotene Upgrage auf AI kostete pro Person und Tag 40 $, nach unserer Meinung bei einem normalem Trinkverhalten nicht empfehlenswert. Alle anfallenden Rechnungen werden nur unterschrieben, am letzten Abend wird die komplette Rechnung inkl. Tauchbasis, Spabereich und eventuell durchgeführten Ausflügen an der Rezeption bezahlt. Akzeptiert wurde Euro, Dollar und die gängigen Kreditkarten.
Normalerweise spielt am Abend ab 21.30 Uhr eine einheimische Liveband in der Bar, manchmal gestaltet die Belegschaft des Hotels einen Abend mit einheimischer Musik oder ein Lagerfeuer am Strand. Ansonsten war nur Relaxen, Lesen, Spaziergänge am Wasser, Schnorcheln und Tauchen angesagt.



Die Tauchbasis war gut ausgerüstet. Für jeden einen zugewiesenen Platz für privates Jacket, Anzug und Automat sowie eine Kiste für die Kleinteile. Angeboten wurde selbstständiges Tauchen im Hausriff oder Bootstauchgänge um 8.30 Uhr und 14.30 Uhr, sowie Nachttauchgänge auf Anfrage. Bei den Hausrifftauchgängen nahmen wir uns eine der bereitstehenden Flaschen, nach dem Zusammenbau und kontrollieren der Ausrüstung zogen wir uns an und teilten einem Mitarbeiter mit an welcher der sieben Passagen im Riff wir unseren Tauchgang beginnen wollten. Die Ausrüstung wurde auf einen kleinen Karren geladen und zu Fuß ging es bis zur Einstiegsstelle. Entweder plante man seinen Tauchgang bis zu einer der Passagen in der Nähe der Basis, oder man ließ die Ausrüstung an einem Ausstieg liegen, ging zurück zur Basis und die Sachen wurden zurückgeholt. Anschließend konnte man die Ausrüstung in verschiedenen Becken in immer sauberem Wasser spülen und wieder auf die zugewiesenen Stellen zurückhängen. Der Treff für die Bootstauchgänge war 10 Minuten vor der Abfahrt, es erfolgte ein Briefing des Tauchplatzes in Englisch, Deutsch und bei Bedarf in Französisch und Italienisch. Die Ausrüstung war zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Boot. Nachdem alle an Bord waren, wurde alles montiert und jeder checkte seine Ausrüstung. Wenn alles in Ordnung war legte das Boot ab. Die weiteste Anfahrt während unseres Aufenthaltes betrug 20 Minuten. In kleinen Gruppen von 2-4 Mitgliedern ging es am Tauchplatz mit je einem Guide ins Wasser. Nach dem Tauchgang setzte der Guide zum Safetystop die Boje und es ging wieder an Bord. Nach dem Tauchgang wurde die Ausrüstung wieder demontiert und verstaut. Die Ausrüstung wurde anschließend nach dem Anlegen des Dhonis von der Crew zur Basis gebracht. 



Die Insel kann unter Wasser komplett umrundet werden, einzig die teilweise heftigen Strömungen müssen in die Tauchgangsplanung mit einbezogen oder der geplante Tauchgang geändert werden. Im Osten ist das Riff noch gut intakt mit vielen Schwärmen, jagenden Makrelen und Thunfischen. Sogar eine Begegnung mit einem Ammenhai und zwei Adlerrochen hatten wir in den zwei Wochen. Ansonsten viele Muränen, Langsten, Garnelen, Fangschreckenkrebse, Fledermausfische und Drachenköpfe. Die Westseite ist teileise sehr zerstört, da sind wir vom Roten Meer schönere Hausriffe gewohnt.
Die Bootsausfahrten waren super, Strömung, nicht enden wollende Fischschwärme, teilweise 50 - 70 Weißspitzen- und Graue Riffhaie und Schulen mit bis zu 20 Adlerrochen. Zusätzlich sahen wir noch große Zackis, Schildkröten und beachtliche Stachelrochen. 



















Fazit: Biyadhoo, eine Insel mit noch bezahlbaren Preisen, etwa 20 % deutschsprachigem Publikum, eine knappe Transferstunde von Male entfernt, mit durchaus ansprechenden Tauchplätzen sowohl am Hausriff als mit dem Dhoni. Einziges Defizit der Tauchbasis, Nitrox32 ist nicht verfügbar, bei einem Tiefenlimit von 30m würde sich das meiner Meinung nach anbieten.


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